Der Kitesport – Eine Übersicht

Interessiert, was euch diesen Sommer bei Wind auf dem Davosersee erwartet? Wir erklären euch, was kitesurfen ist.

Definition

Kitesurfen ist wie das Windsurfen eine von International Sailing Federation anerkannte Segelklasse. Beim Kitesurfen steht der Segler auf einem Brett und ist mit einem Leinensystem mit einem Kite verbunden. Der Gesetzgeber benutzt den Begriff Drachensegelbrett.

Geschichte

Erste serienmässig hergestellte Ausrüstung ist seit 1998 erhältlich. Das Material und die Anzahl Sportler haben sich seitdem erheblich weiterentwickelt. In der Schweiz praktizieren schätzungsweise 3‘000 Personen das Kitesurfen regelmässig. Unter dem Eindruck der Popularität, der interessanten Wettkampfformaten und des hohen Sicherheitsstandards ist auch eine Aufnahme der Segelklasse als Olympische Disziplin in Diskussion.

Ausrüstung

Die Grundausrüstung besteht aus einem Kite mit Lenkstange, Verbindungsleinen, einem Brett und einem Trapez zur Verbindung der Lenkstange mit dem Fahrer. Der Kite lässt sich mit der Lenkstange präzise steuern. Wie andere Schiffe können Kitesurfer demnach dank bewusster Positionierung des Kites auch auf viel befahrenen Gewässerabschnitten zusammen mit anderen Schiffen problemlos navigieren. Ein Beispiel ist der Silvaplanersee, wo dank ausgezeichneten Windverhältnissen und grosszügigen Startplätzen regelmässig hunderte Kitesurfer, Windsurfer und andere Segelschiffe auf dem 3.1 km2 grossen See unfallfrei navigieren, und sogar segelklassenübergreifende Wettkämpfe stattfinden.

Ausbildung und Qualifikation

Kitesurfen ist eine relativ einfache und schnell zu erlernende Segelklasse. Die internationalen Grund-, Verhaltens- und Vorfahrtsregeln entsprechen denen aller Segelklassen (zum Beispiel Backbord vor Steuerbord, Lee vor Luv). Trotzdem ist das Erlangen einer Grundausbildung sinnvoll. Die zwei wichtigsten Ausbildungsinstitutionen weltweit sind der Verband Deutscher Windsurfing- und Wassersportschulen (VDWS) und die International Kiteboarding Organization (IKO). Die Grundausbildung schliesst mit einer theoretischen und praktischen Prüfung zur Erlangung der ersten von mehreren Ausbildungsstufen ab.

Sicherheit

Wie beim herkömmlichen Segeln erlaubt auch ein Kite den Druck durch Veränderung des Anstellwinkels den Windverhältnissen anzupassen. Ein einfach zu bedienendes Sicherheitssystem an der Lenkstange erlaubt bei Bedarf eine vollständige Elimination des Druckes oder im Notfall eine sofortige Trennung vom Kite.

Entgegen bestehenden Vorurteilen ist das Kitesurfen keine gefährliche Sportart. Das Verletzungsrisiko für die Sportler selber ist vergleichbar mit dem vieler Breitensportarten. In der Unfallstatistik der Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung SSUV wurden in den Jahren 2006 bis 2010 keine durch Kitesurfer verursachten Unfälle registriert, wo Drittpersonen verletzt wurden. Dies deckt sich auch mit Auskünften der Seepolizei verschiedener Schweizer Seen, wonach Kitesurfer in den letzten Jahren bezüglich Rettung und Bergung nicht speziell aufgefallen sind.